In der TGA-Branche gibt es zwei klassische Karrierepfade: den Weg in die fachliche Tiefe als Fachplaner oder den Weg in die Projektverantwortung als Projektleiter. Beide führen zu guten Gehältern – aber sie erfordern unterschiedliche Stärken und bieten verschiedene Vorzüge.

Wir vergleichen beide Pfade anhand konkreter Zahlen und Erfahrungen aus der TGA-Personalberatung.

Zwei Karrierewege, ein Ziel: Erfolg in der TGA

Die meisten TGA-Fachkräfte starten als Projektingenieur oder Junior-Planer. Nach 3–5 Jahren kommt die Weggabelung: Vertiefen Sie sich fachlich oder übernehmen Sie Projektverantwortung? Beide Richtungen haben klare Vor- und Nachteile.

Gehalt, Aufgaben und Alltag im direkten Vergleich

KriteriumFachplaner TGAProjektleiter TGA
Median-Gehalt58.000 €67.000 €
Gehaltsspanne45.000–82.000 €50.000–95.000 €
Top-Gehälter (Senior)75.000–95.000 €85.000–120.000 €
Remote-PotenzialHoch (60–80 %)Mittel (40–60 %)
ReisetätigkeitGeringMittel bis hoch
KundenkontaktWenig bis mittelViel
Technische TiefeSehr hochMittel
PersonalverantwortungKeine bis wenig3–15 Mitarbeiter
StresslevelMittel (termingetrieben)Hoch (budget + termin)
Freelancer-OptionGut möglichSehr gut möglich

Der Weg des Fachplaners: Tiefe statt Breite

Der Fachplaner TGA ist der technische Experte im Team. Sein Karrierepfad führt von der Grundlagenplanung über die Ausführungsplanung bis zum Senior-Planer oder technischen Leiter:

  • Jahre 0–3: Junior-Planer. Assistenz in LP 1–5, erste eigene Berechnungen, CAD/BIM-Grundlagen. Gehalt: 40.000–50.000 Euro.
  • Jahre 3–7: Fachplaner. Eigenständige Projektbearbeitung in LP 1–7, Spezialisierung auf HKLS, Elektro oder Kälte. Gehalt: 50.000–65.000 Euro.
  • Jahre 7–12: Senior-Planer. Komplexe Projekte, Mentoring von Juniors, möglicherweise BIM-Koordination. Gehalt: 60.000–78.000 Euro.
  • Jahre 12+: Technischer Leiter oder Fach-Experte. Qualitätssicherung, Spezialberatung, möglicherweise Sachverständiger. Gehalt: 70.000–95.000 Euro.

Stärken dieses Pfads: Planbarkeit, geringerer Stress, hohes Remote-Potenzial, tiefe fachliche Befriedigung. Ideal für Menschen, die lieber an Lösungen tüfteln als Teams zu managen.

Der Weg des Projektleiters: Verantwortung und Führung

Der Projektleiter TGA steuert Projekte von der Akquise bis zur Abnahme. Sein Pfad verläuft über wachsende Projektvolumina und Teamgrößen:

  • Jahre 0–3: Projektingenieur. Unterstützung des Projektleiters, Teilaufgaben in LP 2–8. Gehalt: 42.000–52.000 Euro.
  • Jahre 3–7: Junior-Projektleiter. Eigene kleine bis mittlere Projekte, erste Budgetverantwortung. Gehalt: 52.000–68.000 Euro.
  • Jahre 7–12: Projektleiter. Großprojekte, Teamführung, Kundenmanagement, Nachtragsmanagement. Gehalt: 65.000–85.000 Euro.
  • Jahre 12+: Senior-Projektleiter oder Abteilungsleiter. Mehrere parallele Großprojekte, strategische Kundenbeziehungen, Personalentwicklung. Gehalt: 80.000–120.000 Euro.

Stärken dieses Pfads: Höheres Gehaltspotenzial, mehr Gestaltungsspielraum, breiteres Netzwerk. Ideal für kommunikationsstarke Menschen, die gerne Verantwortung übernehmen.

Welcher Typ sind Sie?

Die Wahl zwischen Fachplaner und Projektleiter ist vor allem eine Persönlichkeitsfrage:

Fachplaner-Typ:

  • Sie lösen gerne technische Probleme und tüfteln an optimalen Lösungen
  • Detailarbeit motiviert Sie mehr als Koordination
  • Sie bevorzugen fokussiertes Arbeiten gegenüber vielen Meetings
  • Work-Life-Balance hat für Sie hohe Priorität

Projektleiter-Typ:

  • Sie kommunizieren gerne mit verschiedenen Stakeholdern
  • Verantwortung für Budget, Termine und Mitarbeiter motiviert Sie
  • Sie behalten auch unter Druck den Überblick
  • Abwechslung und Dynamik sind Ihnen wichtiger als Routine
Wichtig: Beide Pfade sind gleichwertig. Die TGA-Branche braucht exzellente Fachplaner genauso dringend wie starke Projektleiter. Entscheiden Sie nach Ihren Stärken, nicht nach dem Gehalt allein.

Vom Fachplaner zum Projektleiter – und zurück

Der Wechsel zwischen beiden Pfaden ist möglich, aber nicht trivial:

  • Fachplaner → Projektleiter: Der häufigste Wechsel. Erfordert Weiterbildung in Projektmanagement und die Bereitschaft, technische Tiefe gegen Breite einzutauschen. Am einfachsten über Teil-Projektleitungen als Übergang.
  • Projektleiter → Fachplaner: Seltener, aber möglich. Oft motiviert durch den Wunsch nach weniger Stress und mehr technischer Arbeit. Die Rückkehr erfordert, das fachliche Wissen aufzufrischen.

Der dritte Weg: Spezialist

Neben den klassischen Pfaden gibt es einen dritten Weg, der zunehmend attraktiv wird: die Spezialisierung. BIM-Manager, Energieberater, Kältetechnik-Experte oder Sachverständiger – diese Rollen verbinden technische Tiefe mit hohen Gehältern und starker Nachfrage.

Spezialisten verdienen häufig auf Projektleiter-Niveau (70.000–100.000 Euro), arbeiten aber ähnlich wie Fachplaner: fokussiert, oft remote-fähig und mit weniger Managementaufgaben.

Karriereberatung für TGA-Profis

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